„Wir möchten den barrierefreien Austausch von Daten vorantreiben“

Teil 2 des Interviews

Seit zwölf Jahren kümmert sich Frank Peiffer bei der FRILO Software GmbH um die Softwareentwicklung. Mittlerweile hat der 45-Jährige die Abteilungsleitung inne und gehört der FRILO-Geschäftsleitung an. Im zweiten Teil des Interviews gibt er aufschlussreiche Einblicke in die Arbeitsweise bei FRILO, er-klärt die Rolle der Kunden bei der Entwicklung neuer Lösungen und spricht über die Zukunftsvisionen von FRILO.

 

Hallo, Frank. Schön, dass du dir für den zweiten Teil des Interviews Zeit genommen hast. Im vergangenen Team-Update hast du das Release 2021-1 als vollen Erfolg bezeichnet. Wie kommst du zu dieser Einschätzung?
Frank: Wir konnten ein Release mit umfangreichen Erweiterungen termingerecht zur Auslieferung freigeben, weil sich das gesamte Team an den klar definierten Zeitplan gehalten hat. Außerdem konnten wir das Aufkommen von Supportanfragen und von Fehlerberichten bei unseren Kunden deutlich reduzieren. Diese Kennzahlen haben sich positiv entwickelt, weil wir in der Vorbereitung auf ein Release einen etablierten Prozess verfolgen, den wir aber mit jeder Auslieferung weiter verfeinern – zum Beispiel durch den Einsatz von Roadmaps.

Wie sieht der Einsatz von solchen Roadmaps in der Praxis aus?
Frank: Angestrebte Features werden priorisiert und dann je nach Produktbereich als Ziele für das kommende und das darauffolgende Release auf einer Produkt-Roadmap dargestellt. Aus den Produkt-Roadmaps der Teilbereiche entsteht eine Gesamt-Roadmap für FRILO, die abbildet, welche Teams an welchen Features bis zu welchem Release-Termin arbeiten. Das erlaubt uns eine Planung mit Weitsicht.

Welche Rolle spielen unsere Kunden bei der Weiterentwicklung der FRILO-Lösungen?
Frank: Durch den engen Kontakt zu unseren Kunden über die Support-Hotline nehmen wir viele ihrer Ideen auf. Natürlich können wir nicht immer sämtliches Feedback umsetzen, denn manche Anregungen sind auch nur für einige wenige
Kunden interessant. Aber grundsätzlich sind wir bestrebt, unseren Kunden zuzuhören und unsere Produkte praxisgerecht am konkreten Kunden-nutzen auszurichten. Zusätzlich laden wir seit 2019 auch zu sogenannten Innovation Labs ein, bei denen wir uns direkt mit Vertretern interessierter Kunden austauschen und gemeinsam die Innovationen von morgen diskutieren.

Wie gelingt es aber, das Feedback unserer Kunden in der Entwicklung von Produkten zu berücksichtigen?
Frank: Zunächst versuchen wir das Feedback der Kunden bestmöglich zu erfassen. Wenn eine erste Bewertung zum Ergebnis kommt, dass ein Feature tatsächlich von einer Mehrzahl der Kunden benötigt wird, wird die Idee weiterverfolgt. Dann setzen sich Produktmanagement und Entwicklung aus den entsprechenden Produktbereichen zusammen und stellen den Nutzen für den Kunden der Umsetzbarkeit in der Entwicklung gegenüber. Wenn der Mehrwert den Aufwand rechtfertigt, wird das Feature gewichtet und priorisiert. Auf diese Weise bringen wir eine sinnvolle Reihenfolge in den Ideenpool und behalten die Übersicht. Die Features mit dem größten Nutzen setzen wir dann schnellstmöglich auf die Roadmap.

Leider ist das Durchführen von Innovation Labs aufgrund der aktuellen Pandemie wie so vieles vorerst nicht möglich. Wie hat sich COVID-19 eigentlich auf die Arbeit im Entwicklerteam ausgewirkt?
Frank: Unsere letzten beiden Releases haben gezeigt, dass wir damit erstaunlich gut klar-kommen. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass unser Team mit Stuttgart und Dresden an zwei Standorten verteilt arbeitet und somit bereits Erfahrung in der Kommunikation über die Video- und Telefonkonferenzen gesammelt hat. Alle ziehen an einem Strang, um die Neuerungen zum Stichtag fertigzustellen. Was uns natürlich fehlt sind die zwanglosen, spontanen Gespräche vor Ort im Pausenraum, der Küche oder dem Flur. Ich freue mich, dass das hoffentlich bald wieder möglich sein wird.

Was die Corona-Pandemie für FRILO bedeutet hat, lässt sich vermutlich momentan auch noch gar nicht bewerten. Trotz einer gewissen Unsicherheit haben wir langfristige Ziele. Worauf liegt der Fokus der Entwicklung im Jahr 2021?
Frank: Generell möchten wir den möglichst schnellen und barrierefreien Austausch von Daten vorantreiben. Neben der fortlaufenden Erweiterung des BIM-Connector streben wir also auch einen verbesserten Austausch mit unseren zahlreichen Partnern an. Außerdem arbeiten wir intensiv an einer 64-Bit-Version der FRILO Software. Damit möchten wir die Begrenzung des verwendbaren Arbeitsspeichers praktisch aufheben und unseren Kunden so ermöglichen, möglichst große Systeme mit mehr Lastfällen, Kombinationen oder Freiheitsgraden zu berechnen. Die Modernisierung möglichst vieler Altanwendungen in Form der PLUS-Programmlinie ist hierfür eine wesentliche technische Voraussetzung. Das gilt insbesondere im Hinblick auf die Vervollständigung unserer Trägerprogramme durch einen Stahlbeton-durchlaufträger als PLUS-Programm.

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