B5+: Wie ermittelt B5+ die Mindestbewehrung?

In der Regel ermittelt sich die Mindestbewehrung für Stützen mit einem Verhältnis b/h < 4 nach DIN EN 1992-1-1 Abs. 9.5.1/ 9.5.2 (mit Nationalem Anhang) wie folgt:

Mindestbewehrung As,min = 0,15 ⋅ | NEd | / fyd

Höchstbewehrung As,max = 0,09 ⋅ Ac

Wenn b/h > 4, dann ist die Stütze rechnerisch als eine Wand zu sehen, weshalb die Formel für die Mindestbewehrung von Wänden Anwendung findet.

Darüber hinaus kann in den Berechnungseinstellungen zur Kaltbemessung die Option „wie Wand bemessen“ gesetzt werden. Auch in diesem Fall wird die Stütze unabhängig von den tatsächlichen Querschnittsabmessungen als Wand gesehen, weshalb hier auch die Formel für die Mindestbewehrung von Wänden angewandt wird.

In diesem Fall ermittelt sich die Mindestbewehrung entsprechend DIN EN 1992-1-1 Abs. 9.6.2 (mit Nationalem Anhang) wie folgt:

As,vmin = 0,0015 ⋅ Ac

Zusätzlich wird das Kriterium überprüft, ob es sich bei der Wand um eine schlanke Wand mit λ ≥ λlim (nach 5.8.3.1.) oder mit | NEd | ≥ 0,3 fcd ⋅ Ac handelt. Ist das der Fall, findet die nachfolgende Formel Anwendung:

As,vmin = 0,003 ⋅ Ac

Ergänzend kann bei den Berechnungseinstellungen die Option „As,min für Wände lastabhängig“ gesetzt werden. Bei Stützen mit einer geringen Normalkraftbeanspruchung kann diese Einstellung zu einer niedrigeren Mindestbewehrung führen – siehe hierzu auch Kommentar Fingerloos Kurzfassung des Eurocode 2 für Stahlbetontragwerk im Hochbau.

As,vmin = 0,0015 Ac ≤ 0,15 ⋅ | NEd | / fyd ≤ 0,003 Ac

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