GEO/PLT: Wieso erhalte ich die Fehlermeldungen „nicht definierter Fehler“ oder „FE-Netz Fehler“?

Wurde bei Ihrer Position die Berechnung mit der Fehlermeldung „nicht definierter Fehler“ unerwartet abgebrochen oder konnte das FE-Netz nicht erzeugt werden, dann liegt das i.d.R an einer unsauberen Modellierung.

Bei der Modellfindung geht es nicht darum, das System so realistisch wie möglich nachzubilden. Vielmehr sollte das statische Modell idealisiert werden, um anschließend auch genaue Berechnungsergebnisse zu erzielen.

Im Gebäudemodell (GEO) und Plattenprogramm (PLT) ist eine achsbezogene Modellierung besonders wichtig. Es hilft, wenn man sich vergegenwärtigt, dass Wände Linienauflager mit einem Knoten am Anfang und am Ende sind. Stützen sind unabhängig ihrer Dimension ein Punktlager mit einem Knoten in der Mitte.

Bei der Eingabe sollten Sie deshalb darauf achten, alle Geometrien auf die Bauteilachsen zu beziehen. Dies betrifft insbesondere die Plattenkontur, aber auch Eingaben wie Dickenbereiche, Aussparungen und Bettungsbereiche. Des Weiteren sollten sich Unterzüge, Wände und Stützen jeweils in einem gemeinsamen Punkt treffen und an Ecken auch dort enden. Auch empfehlen wir, an Wandecken kurze Wandstücke (< 10 cm) nicht zu modellieren.

Nachfolgende Abbildung zeigt eine achsbezogene Modellierung am Beispiel von Wänden mit unterschiedlicher Bauteilstärke, sowie die empfohlene achsbezogene Modellierung zwischen Geschossdecken und Wänden.

Besonderheiten bei wandartigen Trägern

Neben einer achsgerechten Modellierung innerhalb eines Geschosses, ist auch eine achsgerechte Modellierung geschossübergreifend wichtig. Deshalb ist im Bereich von wandartigen Trägern insbesondere darauf zu achten, dass sich diese mit den darunterliegenden Bauteilen in einem Schnittpunkt treffen. Hierbei empfiehlt es sich, mit Hilfsfolien zu arbeiten. Darüber hinaus sollten wandartige Träger immer im GEO angepasst werden, da sie als Überzüge an das Plattenprogramm übergeben werden und die Einstellung für einen wandartigen Träger im GEO sonst verloren gehen würde.

Tipps und Tricks, um bestehende Systeme schnell anzupassen

Unter dem Menüpunkt „Werkzeuge“ können kleine Ungenauigkeiten mit der Funktion „Runden Koordinaten“ oder „Anpassen Geometrie“ automatisch vom Programm angepasst werden. Bei der Funktion „Runden Koordinaten“ empfiehlt es sich, mit einer Genauigkeit von 1 cm zu starten. Bei schrägen Kanten sind die Funktionen mit Vorsicht zu genießen, da hier häufig keine Verbesserung des Systems erzielt wird.

Des Weiteren sollten die Funktionen im GEO auch immer für alle Geschosse durchgeführt werden. Darüber hinaus geht beim Wechsel zwischen den Stockwerken die Rückgängig-Funktion für die vorherigen Geschosse verloren, weshalb es sinnvoll ist eine Sicherung der Position, in Form einer Kopie der Position, zu erzeugen.

Weiterhin gibt es im PLT unter dem Menüpunkt „Bearbeiten“ die Funktion „CAD –> Statik“. Bei dieser Funktion wird die Plattenkontur auf die Wandachsen bezogen, die Anfangs- und Endpunkte von Wänden werden jeweils mit den benachbarten Bauteilen verbunden. Diese Funktion ist mit Vorsicht zu genießen, da es zu dem ungewollten Nebeneffekt kommen kann, dass die Bauteile schräg gestellt werden.

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